06.12.2019 11:50

Jung, fit und motiviert: Tag der offenen Tür 2019

Tag der offenen Tür: Am Sonnabend hat die ESAB Berufliche Schule Lindow zum Schnuppertag eingeladen. Dieses Herbstangebot nutzten 17 Interessenten und ihre Eltern sowie Geschwister.


Lindow, 30.11.2019

Die Entscheidung war die richtige: Ein paar Jahre hatte die Berufüche Schule Lindow der Europäischen Sportakademie Brandenburg auf den Herbsttermin verzichtet. In diesem Jahr aber öffnete sie nach dem Frühjahr ein zweites Mal die Tür. Mehr als 30 Besucher zählten Schulleiterin Colette Wawer und ihr Team, darunter 17 Interessenten an einer der drei Ausbildungsrichtungen: Staatlich anerkannter Erziehen in Voll- oder Teilzeit sowie Fitness­ und Gesundheitstrainer. Das Feedback ist sehr positiv", fasst Wawer zusammen. Gepunktet habe die Berufliche Schule wieder mit familiärem Flair, offenen Gesprächen und natürlich „den tollen Bedingungen. Von der Infrastruktur sind wir ganz stark aufgestellt."

Für einen geführten Rundgang durch die Schulungsräume und Sporthallen bat sie Finn Ole Scheltz, einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Acht Klassen sind es derzeit, davon sechs für angehende Erzieher. Finn Ole zählt zu den Sportassistenten.

Kannst Du Dich kurz vorstellen?
Mein Name ist Finn Ole Scheltz, ich bin 19 Jahre und komme aus Wittenberge. Hier bin ich im zweiten Jahr in der Ausbildung zum Sportassistenten. Früher bin ich im Verein geschwommen, das wurde mir allerdings zu individuell. Mit 15 Jahren ging ich dann zum PHC in den Handballverein, Teamsport bringt doch sehr viel mehr Spaß. Dann war ich voriges Jahr auch bei den Footballern in Neuruppin. Wegen der Häufigkeit an Fingerverletzungen und Zerrungen musste ich kürzer treten. Das waren zum Glück alles nur Kleinigkeiten, aber sie kosten halt Zeit in der Regeneration. Derzeit steht für mich nur allgemeine Fitness an.

Ist diese Ausbildung Dein Erstwunsch?
Das nicht, ich hatte sehr lange überlegt und wollte Polizist werden. Aber meine Augen sind dafür zu schlecht. Ich kam dann vor zwei Jahren hierher zum Tag der offenen Tür und war gleich Feuer und Flamme. Die damalige Klasse hat den Tag sehr informativ für die Gäste vorbereitet, extrem viel erzählt vom Leben in der Berufsschule.

Du wohnst In der Region?
Direkt in Lindow. Unsere Berufs schule hat eine Kooperation mit der Wohnungsgenossenschaft, darüber werden Wohnungen angeboten. Ich entschied mich für eine WG.

Welche finanzielle Belastung musst Du stemmen?
Zum Schulgeld von 195 Euro kommt in etwa die gleiche Summe fürs Wohnen. Das variiert natürlich. Und fürs Essen/Trinken kommt man gut und gern mit 20 Euro wöchentlich hin. Beim Schulgeld ist zu beachten, dass die hier erworbenen Lizenzen gegengerechnet werden müssen. Ob C-Übungsleiter, B-Prävention, B-Reha oder A-Lizenz  Fitness oder die anderen - auf dem Markt sind da locker 7 500 Euro zu bezahlen. Diese Summe entfällt ja für uns.

Wie sieht Dein normaler Schulalltal aus?
Aufstehen um 7 Uhr, dann Frühstück.

Hier in der Kantine?
Nein. Das ist uns zu stressig. Gefrühstückt wird meistens in der WG. In Fahrgemeinschaften geht es zur Berufsschule. Oder mit dem Rad oder zu Fuß. Das ist nicht weit. Wir sprechen uns ab, das klappt immer. Im Normalfall ist um 8.15 Uhr Unterrichtsbeginn, Ende gegen 15.30 Uhr oder zeitversetzt ab 10 bis 17.15 Uhr.

Welche Voraussetzungen sind nötig?
Ein Abschluss der zehnten Klasse. Ich würde sagen, im Schnitt besser als 4,0.

Mit welche Zensurendurchschnitt bis du gekommen?
2,2 denke ich. Damals nach dem Tag der offenen Tür wurde ich nochmals eingeladen zu einem so genannten Kennenlerntag. Der war ungefähr ein Vierteljahr vor dem Start. Ich finde das toll, weil man sich dann nicht völlig fremd am ersten Tag ist und sich in lockere Atmosphäre bekannt gemacht hatte.

Was überraschte Dich am meisten?
Nicht schwer:  Die Hilfe, die jeder bekommt. Man kann jederzeit zu den Lehrern gehen. Sie hören immer zu und wiegeln auch dann nicht ab, wenn Feierabend ist. Ich entschied mich ja für eine sportliche Ausbildung, diesen Charakter merkt man sehr deutlich im Umgang miteinander. Alle haben das gleiche Ziel, alle haben ein Ohr für den anderen.

Die Rede ist von einem in die Ausbildung integrierten Praktikum. Wo warst Du?
Vier Wochen in Rostock im Fitnessbereich, drei in einer Reha. Diese Zeit gefiel mir besser, weil man näher mit den Menschen arbeitet, patiententechnisch wird man mehr gefordert, es ist umfassender.

Wo siehst Du Dich in zehn Jahren?
Dann bin ich Gesundheitstrainer in einer Reha-Einrichtung. Zuvor möchte ich aber gern die Welt sehen. Ich denke, diese Ausbildung hilft mir extrem dabei.


Interessenten-Interview

Herr Waldschmidt, Sie Informieren sich hier für welche Ausbildung?
Jonas Waldschmidt: Erzieher in Teilzeit. Das ist schon recht fest, diese Vorstellung in meinem Kopf. Fakt ist, ich will in den sozialen Bereich. Mit den Abschlüssen hier an der Beruflichen Schule kann man dann vieles machen. Ich sehe es als Sprungbrett.

Wie sind Sie auf dieses Angebot aufmerksam geworden?
Durch meine Mutti. Sie ist Heilerzieherin und hat das im Blick.

 

Sie sind erstmals hier, was überrascht am meisten?
Dass die Anlage so groß ist, hatte ich nicht erwartet. Den guten Ruf kannte ich ja, aber was einem hier begegnet, ist krass.

Können Sie konkreter werden?
Die hochwertigen technischen Anlagen und viele nette Auszubildende und Lehrer. Den Besuchern wird eine Eins-zu-Eins-Betreuung an die Seite gestellt.

Zur Person:  Jonas Waldschmidt ist 19 Jahre alt. Er besucht die 13. Klasse der Prinz-von-Homburg-Schule Neustadt, spielt Basketball und Tischtennis für den Sportverein in Zemitz. Er kommt aus Roddahn.


Der nächste Termin in Lindow

Schon in vier Monaten lädt die Berufsschule zum nächsten Tag der offenen Tür ein. Vorgesehen ist der 7. März, das ist ein Sonnabend. An der Tageszeit von 10 bis 12 Uhr hält das Lehrerteam um Colette Wawer fest.

Quelle: Ruppiner Anzeiger,  vom 03.12.2019, von Matthias Haack